Wer ist ...

Carsten Förster - das bin ich, ein circa 170 cm großer Kerl mit immer weniger werdenden Haaren und (leider) immer dicker werdendem Bauch.

Geboren wurde ich am 12. Mai 1978 in Rüsselsheim, einer typischen, deutschen Industriestadt im Rhein-Main-Gebiet. Rüsselsheim wird dominiert durch das Opel-Werk und so dreht sich alles um das Auto oder besser gesagt, um Opel. Rüsselsheim steht und fällt mit Opel. Von der Lage ist Rüsselsheim jedoch ideal - zwischen Frankfurt, Mainz/ Wiesbaden und Darmstadt.

Kindheit und Schule

Meine gesamte Kindheit verbrachte ich glücklicherweise nicht direkt in Rüsselsheim, sondern in dem eher eigensinnigen Stadtteil Königstädten (obwohl "Stadtteil" schon eine Beleidigung ist. Ihr kennt doch bestimmt das Dorf von Asterix und Obelix - so verhält es sich auch mit Königstädten).

Den Großteil meiner Schulbildung erfuhr ich jedoch in Rüsselsheim. Nach Grundschule und gymnasialer Mittelstufe entschied ich mich, einen alternativen Bildungsweg einzuschlagen und wechselte auf das berufliche Gymnasium der Werner-Heisenberg-Schule. Auf dieser Schule wurde kein normales Abitur angeboten, sondern ein fachlich ausgerichteter Bildungweg. Zur Auswahl standen Wirtschaft, Maschinenbau und Elektotechnik - ich entschied mich für Elektrotechnik. So entstand auch meine erste, internsive Beziehung zur Computer-Technologie und zum Programmieren. Neben den Grundlagen der Elektrotechnik lernten wir auch Programmieren, damals in Turbo Pascal. In verschiedenen Projekten lernten wir sogar das Programmieren von Chips (EPROMS) und andere Anwendungsmöglichkeiten der Computer-Technik. Für den Tag der offenen Tür an der WHS programmierte ich einen Roboterarm, der den Schweißvorgang an einer Autokarosserie nachstellte. Am Ende würde mich interessieren, was wirklich dabei raus gekommen wäre, wenn der Roboter eine echte Schweißnaht gesetzt hätte.

Neben der Schule engagierte ich mich auch als Kerweborsch - hochdeutsch: Kirchweihknabe. Das Ganze hat weniger mit Kirche zu tun als man denkt, denn hauptsächlich ging es darum, die Tradition der Kerb (andernorts auch Kärwa, Kerwe, usw genannt) nicht untergehen zu lassen. Neben anderen Tätigkeiten besteht die Hauptaufgabe der Kerweborsch darin, jedes Jahr die Kerb zu organisieren und auszurichten. Als Gruppe mit den unterschiedlichsten Altersstufen von 16 bis 30 ist das gar nicht so einfach, wie es sich anhört, aber bis heute hat es jedes Jahr aufs neue geklappt. So können die Kinsteerer Kerweborsch auf eine über 555 jährige Tradition zurückblicken.

Bundeswehr und Berufsstart mit Hindernissen

Bis zum Sommer 1997 war Rüsselsheim also der Mittelpunkt meines Lebens, aber nach bestandenem Abitur stand die staatsbürgerliche Pflicht an. Ich entschied mich für die Bundeswehr und so zog es mich für 10 Monate nach Horb am Neckar zum 1. Sanitätsregiment/ 10. Diese zehn Monate waren äußerst lehrreich für mich und haben mich sicherlich auch zu einem gewissen Teil geprägt. Nach 10 Monaten war aber auch diese Zeit vorbei und ich verlies die Bundeswehr als Hauptgefreiter.

Nach Abitur und Bundeswehr stand ich vor der Entscheidung: Studium oder Ausbildung. Da ich bereits 13 Jahre Schule hinter mir hatte, wollte ich erstmal etwas praktisches machen und begab mich auf Lehrstellensuche. Leider war der erste Anlauf nicht von Erfolg gekrönnt und so suchte ich mir eine andere Beschäftigung. Am Ende landete ich beim Partyservice Fabian & Kolb, wo ich zuerst als Fahrer und Kistenschlepper anfing und am Ende dann sogar kleinere Veranstaltungen koordineren durfte. Hauptsächlich bestand meine Aufgabe darin, die diversen Veranstaltungsorte vorzubereiten, zu versorgen und auch wieder abzubauen. Zu dieser Zeit lernte ich die Vorzüge von Fahrstühlen kennen, vor allem wenn man kochend heiße Lebensmittel in den 5. Stock tragen muss.

Nichts desto trotz war ich weiter auf der Suche nach einer Ausbildungstelle und nach fast einem Jahr Partyservice sollte sich mein bisheriger Lebenslauf dabei am Ende noch als vorteilhaft erweisen. So wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch bei der has software service GmbH in Frankfurt/ Niederrad eingeladen. Nachdem man sich gegenseitig vorgestellt hatte und alle möglichen Informationen ausgetauscht wurden (wobei ich vielleicht nur 1/4 der Zeit in Anspruch nahm) wurde mir auch prompt eine Ausbildung zum Fachinformatiker/ Softwareentwicklung angeboten. Nicht auf Grund irgendwelcher schulischer Leistungen, sondern hauptsächlich auf Grund meiner nachschulischen Tätigkeiten. Irgendwann fragte ich meinen damaligen Chef nach dem Grund, warum gerade ich die Stelle bekommen hätte und er sagte mir, dass zum einen mein Dienstzeugnis der Bundeswehr, aber auch meine Tätigkeit beim Partyservice dazu beigetragen hätten. Denn, anstatt sich für ein Jahr auf die faule Haut zu legen oder ein halbgares Studium anzufangen, hätte ich mich dazu entschieden lieber etwas produktives zu machen. Solche Eigeninitiative würde er schätzen und sollte auch belohnt werden.

Ausbildung

So kam es, dass ich meine dreijährige Ausbildung in Frankfurt antrat. Schon in den ersten Wochen erhielten wir einen zweiwöchigen Crash-Kurs in C++, von dem ich immer noch zehre. Schon von Anfang an arbeiteten die Auszubildenden in echten Projekten mit und so lernte ich das Geschäft nicht nur in der Theorie, sondern gleich direkt im täglichen Leben kennen. Die has software service GmbH war eine Tochterfirma der has program service GmbH mit Sitz in Hamburg. Hauptsächlich programmierten wir in Frankfurt Software für Versicherungsmakler und Außendienstmitarbeiter großer deutscher Versicherungen.

Nach meiner Ausbildung hatte ich eigentlich geplant, noch ein paar Jahre bei der has software service GmbH zu bleiben, doch mit dem Ende der New-Economy-Blase wurden die Jahre schlechter und auch die Mutterfirma in Hamburg hatte große Brocken zu schlucken. So hatte man ein Jahr zuvor den größeren Hardware- und Service-Dienstleister ADA geschluckt, was sich jetzt rächen sollte. Die ADA-HAS, wie man sich jetzt nannte, beschloss, sich aus Frankfurt zurückzuziehen und so stand ich nach meiner Ausbildung auf der Straße. Die has program service GmbH scheint heute auch nicht mehr zu existieren, sondern nennt sich jetzt GENEVA-ID GmbH.

The day after ...

Um die Zeit zu überbrücken, hielt ich mich mit kleineren Projekten über Wasser. So habe ich während dieser Zeit mein erstes echtes Internet-Projekt gebaut - eine Online-Immobilienbörse für die Firma Zenser Immobilien. Zu dem Geschäftsführer Uwe Zenser hatte ich seit dieser Zeit mehr als eine geschäftliche Beziehung aufgebaut, sondern auch eine gute Freundschaft. Leider lebt Uwe heute nicht mehr, sondern verstarb 2002 nach langer, schwerer Krankheit.

Neben meinen zahlreichen Bewerbungsgesprächen zu dieser Zeit, hatte ich auch die Möglichkeit ein zweimonatiges Praktikum bei der Firma black point arts GmbH zu machen. Während dieses Praktikums hatte ich meine erste Berührung mit dem Thema eCommerce und ich durfte auch gleich meinen ersten Webshop bauen - für erotisches Spielzeug. Am Ende war es mir egal, was der Shop verkaufte, denn mir kam es vorallem darauf an, etwas über die Technik zu lernen.

Auf nach Franken ...

Leider hatte ich immer noch keinen Job gefunden, als ein Bekannter und guter Freund auf mich zu kam und mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm nach Nürnberg zu gehen. Er wäre in Nürnberg Niederlassungsleiter für eine Software-Firma, die ein SAP-System für Immobilienverwaltungen vertreibt und er suche noch jemanden, der sich mit Datenbanken und Datenmigration auskennt. Da auch nichts größeres in Aussicht war, packte ich also meine Sachen und zog nach Nürnberg. Zu meiner Zeit bei der DKB IT-Services GmbH, eine Tochterfirma der DKB Immobilien AG, die wiederum zur DKB Bank gehört, möchte ich eigentlich kein weiteres Wort verlieren, denn man soll ja nichts negatives über ehemalige Arbeitgeber sagen, deshalb nur soviel: es war ein Job, der die Miete zahlte.

Eine Stadt in Chile und meine Zeit bei einem großen, deutschen Technologiekonzern

Glücklicherweise arbeitete unsere damalige Team-Assistentin zusätzlich bei einer "kleinen" Software-Firma, die zu dieser Zeit nach Software-Entwicklern im Microsoft .NET-Umfeld suchte und so rief ich kurzentschlossen dort an und nach einem zweimonatigen Praktikum hatte ich meinen aktuellen Job. Nach etwa einem Jahr bei der Ancud IT-Beratung GmbH (Ancud ist auch eine Stadt in Chile) ergab sich die Möglichkeit, im Auftrag von Ancud für ein Projekt zu Siemens in Erlangen zu gehen. Bei dem Projekt handelte es sich um eine Softwareentwicklung zur Auslegung und Dimensionierung von Kraftwerkskomponenten für die damalige Siemens Power Generations, heute: Siemens Energy. Ziel war es, aus den vielen, unterschiedlichen Tools (hauptsächlich irgendwelche Microsoft Excel-Mappen) ein Lösung zu schnüren und den Prozess zu vereinheitlichen. Nach fast einem Jahr als Einzelkämpfer an der Siemens-Front konnte ich endlich Verstärkung anfordern und so kämpften wir uns zu zweit für fast zwei weitere Jahre durch die Problematik. Aber wie das Leben so spielt, am Ende wurde aus dem Ganzen nichts. Kurz vor erreichen der Ziellinie und einem ersten, produktiven Einsatz unserer Software wurde beschlossen, das Projekt einzustellen. In der Zwischenzeit hatten sich nämlich andere Themen mit unserer Problematik beschäftigt, die nach Ansicht von Siemens unsere Lösung zum Großteil ersetzen könnten und für den kleinen Rest könnte man ja auch die alten Sachen weiterverwenden. So wurde am Ende beschlossen, das Projekt zu beenden.

The day after ... again ...

Nachdem mein Projekt bei Siemens zu Ende gegangen war, kehrte ich wieder zurück zu Ancud. Zu dieser Zeit gab es kein neues Projekt im .NET-Bereich, also nutzte ich die Zeit meine Java-Kenntnisse etwas aufzupolieren.

Nach kurzer Zeit gab es aber eine große Nachfrage nach Pentaho - einem BI-Tool - und so arbeitete ich mich in die BI-Thematik ein. Ich hatte auch schon bald Gelegenheit meine frisch erworbenen Kenntnisse in die Praxis umzusetzten.

Nachdem dann aber auch diese Projektzeit vorbei war, begann eine etwas unschöne Zeit. Die Aufträge blieben aus, Kunden gezahlten ihre Rechnungen nicht und ich - und zwei weitere Kollegen - waren die Leidtragenden davon und mussten in "Kurzarbeit" gehen. Der Vorteil an der "Kurzarbeit" war aber, dass das Arbeitsamt Schulungen bezuschusste und so kam ich zumindest ansatzweise in den Genuss einer Java EE-Schulung.
Ansatzweise - weil, kurz vor Ende der Schulung wurde ich von meinem damaligen Chef zu einer - mir damals realtiv unbekannten - Firma in Erlangen/ Eltersdorf geschickt. Ich sollte dort kurzfristig bei einem Problem mit dem Internet Explorer 6 aushelfen und so machte ich mich am nächsten Morgen auf den Weg zu defacto.

Aus meinem zweitätgigen Aufenthalt wurden - kurz entschlossen - zwei Monate, die ich dort als externer Berater mit dem Bau diverser Webseiten, Microsites und Web-Frontends zubrachte.

Während dieser zwei Monate kam mir zu Ohren, dass man bei defacto neue Mitarbeiter für die Software-Entwicklung sucht und so beschloss ich meinen Hut in den Ring zu werfen. Zu meiner Überraschung hatte man bei defacto auch schon mit dem Gedanken gespielt mich auf einen Wechsel anzusprechen, doch hatte man am Ende wohl zu große Hemmungen. So tat ich aber den ersten Schritt und alle Beteiligten waren erleichtert - und: ich hatte kurzer Hand einen neuen Job.

Manch einer würde jetzt sagen: das ist aber nicht die feine Art - aber dem sage ich: wenn ich wieder zurück gegangen wäre zu Ancud, wäre ich mit großer Wahrscheinlichkeit wieder in "Kurzarbeit" gegangen. Also schert mich in diesem Fall die "feine Art" relativ wenig.

Die Gegenwart

Seit diesem Tag sind jetzt auch schon wieder einige Jahre ins Land gegangen und ich habe einen ziemlichen Aufstieg hinter mir.

Von meinem anfänglichen Job als Web-Developer - oder besser: All-Zweck-Waffe - wurde ich bald zum Principal Web-Developer befördert. In dieser Position war ich maßgeblich für die technische Ausrichtung von defacto im Bereich Web-Development verantwortlich.

Scheinbar war das aber noch nicht genug, denn bald wurde ich auch noch zum Teamleiter für den Web- und CRM-Bereich ernannt. Jetzt durfte ich mich nicht nur um meine Belange kümmern, sondern war auch noch für bis zu 6 Mitarbeiter verantwortlich.

In der ganzen Zeit wuchs die IT-Abteilung der defacto marketing in ziemlich großen Schritten und irgendwann waren aus den anfänglich 9 Mitarbeitern in der gesamten IT 20 Mitarbeiter geworden. Jetzt war es an der Zeit neue Strukturen zu schaffen und man war wohl der Meinung, dass ich als Teamleiter ein wenig unterfordert sei. Also bot man mir die Position des Leiters der Software-Entwicklung - oder auf neu-deutsch: Head of Development - an.

Jetzt kümmere ich mich um die Belange von aktuell 12 Mitarbeitern und Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Software-Entwicklung. Wir decken neben Microsoft, .NET und Dynamics CRM und der Web-Entwicklung mit PHP/ HTML/ CSS auch den Bereich der Datenbewirtschaftung und der BI mittels SSIS, SSRS und SSAS ab. Wir arbeiten sogar mit Technologien, wie dem Microsoft Biztalk-Server.

Unterm Strich kann ich sagen, dass jeder Tag immer etwas Neues bringt - und wenn es von Zeit zu Zeit auch ziemlich stressig ist oder Ärger am Horizont heraufzieht, so macht es doch immer wieder aufs Neue Spaß.

Momentan kann ich mich auf jeden Fall nicht wirklich beklagen - weder über meine Leute, die täglichen Aufgaben, noch über fehlende Abwechslung.

To be continued - so long.

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